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»Twenty Thousand Leagues under the Sea« (Universal/2004) |
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| Aargauer Zeitung Februar 2004 | Radio Magazin August 2004 | |||||||||||||||||||
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Im Sog der Wassermusik Die Musiker im Moods haben Notenblätter vor sich, spielen akkurat ihre Minimal-Patterns, die sich oft auseinander entwickeln und dann einander wieder annähern. Und doch haftet der Musik nichts Strenges an, sie wirkt auch nicht intellektuell angestrengt, wie der Projektname «Ambient Conception Of Jazz» fürchten lässt. Sie scheint vielmehr schwerelos zu fliessen und entwickelt einen Sog, der einen in eine Traumwelt führt. Genauer: in die Unterwasser-Welt von Jules Vernes Roman «Twenty Thousand Leagues Under The Sea», der Christoph Merki als Inspiration zu seinem ebenso betitelten neuen Album gedient hat. Im Gespräch erläuterte der in Zürich lebende Aargauer Saxophonist, dass er die Fantasy-Dimension des Buchs mit dem Sound-Aspekt von Ambient vermittle, die Wissenschaftsfaszination drücke er mit sehr genau konstruierten Verzahnungen im Stil der Minimal Music aus. Christoph Merki hat diese musikalischen Konzepte aus der Striktheit ihrer Pioniere gelöst und in eine eigene, auf dem Jazz der siebziger Jahre basierende Sprache eingebunden. Vor allem hat der 40-Jährige in monatelanger Zusammenarbeit mit seinen Mitmusikern die Kompositionen auf die Essenz reduziert, was der CD eine zeitlose Qualität verleiht. Die jazzige Zufallskomponente, mit der Merki schon auf der Platte gezielt Raum für Spontanität schuf, sorgt im Konzert für zusätzliches Leben. Nach der ersten Hälfte gewährt Merki seinen Kollegen zunehmend Freiräume. Sie beweisen ihre Klasse nicht zuletzt dadurch, dass sie nie ins selbstverliebte Solieren verfallen, sondern sich dem Gruppensound unterwerfen, ihn nur zum Wuchern anregen. Während Stephan Athanas am solid gespielten Bass und Tony Renold am wirblig gespielten Schlagzeug das rhythmische Gerüst schaffen, beflügeln sich Hans Feigenwinter am Fender-Rhodes-Piano und Chris Wiesendanger am Flügel in der Interaktion. Sie verweben ihr Spiel zu einem trancehaften Fluss, den Matthias Eser mit seinem Marimbaphon atmosphärisch verzaubert. Darüber spielen Daniel Schenker an der Trompete und Christoph Merki am Altsaxophon unaufdringlich schöne Melodien. All dies schafft eine betörende Suggestivkraft, die der auf die Leinwand projizierten Standbilder aus der ersten Verfilmung von Jules Vernes Roman gar nicht bedürfte. Leider bricht der Sog zwischen den Stücken meistens ab. Natürlich braucht nicht jeder Musiker ein begnadeter Entertainer zu sein, der das Publikum bei Laune hält. Doch wenige Töne vom Fender-Rhodes würden verhindern, dass die Stimmung einbricht. Zudem fallen die zwei vom ersten Album stammenden Stücke im Konzert deutlich ab. Was allerdings ein gutes Zeichen ist, weil es den grossen kompositorischen Fortschritt verdeutlicht, den Merki mit seinem neuen Material gemacht hat. Er vermag die Motive, die er früher oft diffus aneinander gereiht und als Plattform für jazzige Ausflüge benutzt hat, nun mit dramaturgischem Aufbau zu einem stringenten Ganzen zu verknüpfen. Markus Ganz Zürich, Moods, 27. Februar. CD: Christoph Merki: Twenty Thousand Leagues Under The Sea (Universal Music). |
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